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Okt 08 2018

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Ein schwerer, nachdenklicher Tag

Eingang zur Gedenkstätte des KZ Sachsenhausen

Dieser 6. Oktober wird in der Partnerschaftsarbeit der Vereine aus Gonfreville und Teltow lange in Erinnerung bleiben. Eine Tour in die deutsche Vergangenheit stand auf dem Plan des Dreitagesprogramms aus Anlass des 29. Teltower Stadtfestes für diesen Tag. Vergangenheit, die das deutsche und das französische Volk lange Zeit nicht verzeihen ließ, die aber mit der Zeit gerade durch solche Partnerschaften, durch Freundschaften und Begegnungen verarbeitet werden kann. Galt es doch, dem ersten Konzentrationslager auf deutschem Boden, in Sachsenhausen, einen Besuch abzustatten.

Früh am Morgen ging es mit den 14 Gästen aus der Stadt in der Normandie mit der Bahn auf dem Weg. Der Tag versprach ein wunderschöner Herbsttag zu werden. Die Sonne schien vom blauen Himmel und nutzte ihre ganze Kraft, um das Laub erstrahlen zu lassen.

Am Modell des KZ Sachsenhausen

Die Führung durch das Gelände des Areals der Inhaftierung und Vernichtung von Zigtausend Menschen übernahm ein sach- und sprachkundiges Mitglied unseres Vereins.

Das bedrückende weitläufige Areal des KZ, in dem in den Anfangsjahren vor allem Oppositionelle aus der nahen Reichshauptstadt inhaftiert waren, machte nicht nur unsere Gäste still und nachdenklich.

Blick über das Lagergelände des KZ Sachsenhausen

Zwischen 1936 und 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200 000 Menschen inhaftiert. Häftlinge waren zunächst politische Gegner des NS-Regimes, dann in immer größerer Zahl Angehörige der von den Nationalsozialisten als rassisch oder biologisch minderwertig erklärten Gruppen und ab 1939 zunehmend Bürger der besetzten Staaten Europas. Zehntausende kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit und Misshandlungen um oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS. Auf den Todesmärschen nach der Evakuierung des Lagers Ende April 1945 starben noch einmal Tausende von Häftlingen. Etwa 3000 im Lager zurückgebliebene Kranke, Ärzte und Pfleger wurden am 22. April 1945 von sowjetischen und polnischen Soldaten befreit. Diese Tatsachen, die in den unterschiedlichen Ausstellungen wiederzufinden waren,
wurden vor allem in der „Station Z“, der von den Nazis zynisch als letzte auf dem Weg der Häftlinge bezeichneten Station mit Gaskammer, Genickschussanlage und Krematorium bewusst.

Station „Z“

Ergriffen von den vielen schrecklichen Eindrücken ging es auch für die Gäste schweren Schrittes wieder auf den Heimweg. Den Abend nutzten sie im Garten des Vorsitzenden des Teltower Vereins Alain Gamper für weitere Gespräche und Gedanken.

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