




Wenn nach Mitternacht hunderte Menschen mit einem Getränk in der Hand auf dem Marktplatz stehen und gegen die großartige Musik im Gespräch vertieft sind, dann ist wieder Stadtfest in Ahlen. So präsentierte sich nunmehr zum 39. Mal die Partnerstadt von Teltow am zweiten Juniwochenende im bunten Look den Besuchern. Nicht nur aus Teltow, auch aus anderen Partnerstädten waren Gäste angereist. Aus Penzberg in Oberbayern, aus dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg in Berlin und der Stadt Chotyn in der Ukraine wurden sie begrüßt. Über dem Marktplatz hingen bunte Lampions in verschiedenen Größen und belebten die Stimmung noch mehr.
Traditionell wird dieses Fest mit dem Anstich eines Bierfasses einer regionalen Brauerei eröffnet. Hier hatte der im vergangenen Jahr neu gewählte Ahlener Bürgermeister Matthias Harmann seine Premiere. Sechs Schläge waren notwendig, bis er das wohlschmeckende Bier mit den Bürgermeistern Thomas Kopf (Penzberg), André Freymuth (Teltow) und Andrii Dranschuk (Ukraine) genießen konnte. Viele durstige Kehlen halfen anschließende das Fass zu leeren.
Gleich am ersten Abend durfte Schlagersänger Mitch Keller aus Teltow ordentlich für Stimmung sorgen. Und das nicht nur zur Begeisterung der Teltower Delegation. Der Platz vor einer der beiden aufgebauten Bühnen war rappelvoll. Seine Interpretation von „Tausendmal berührt“ fand seine Bestätigung im Gedränge des Festes. Im etwas ruhigeren Abseits erfreuten sich die 13 angereisten Teltowerinnen und Teltower im Gespräch mit den Ahlenern des Abends.
Interessantes hatten die Gastgeber für den Samstagmorgen vorbereitet. Das Rathaus der Stadt ist in die Jahre gekommen und wird durch einen Neubau ersetzt. Thomas Köpp, der verantwortliche Leiter der Bauverwaltung führte die Gäste stolz über „seine“ Baustelle. Fast vierhundert Angestellte finden hier später Platz. Lichtdurchflutet, gut klimatisiert und mit viel Technik versehen, wird dieser Bau zur Genüge den Altbau ablösen. Auch bei der geplanten Bausumme wird es wohl bleiben. Etwas über eine Million Euro soll das Projekt schlucken. Nach zwei Stunden hieß es nach einer kurzen Stärkung am Bauplatz rein in den Bus und hinaus auf‘s Land. Auf dem Hof der Familie Schulze Rötering erwartete uns eine Führung durch die private Schnapsbrennerei. Mit einem wahren Begeisterungssturm führte uns Anna-Clarissa Schulze Rötering durch das Element der Schnapsbrennerei. Sie absolvierte die Ausbildung und Qualifikation zur Destillateurmeisterin an der IHK Berlin. Diese Prüfung ist die höchste Ausbildungsstufe, die im deutschsprachigen Raum in der Spirituosenherstellung erreichbar ist. Bei der Verkostung gab es das eine oder andere Oh und Super. Beim Besuch des zum Hof gehörenden Ladens fand das eine oder andere verkostete Getränk schnell einen Platz in der Tüte.
Zum Abend fanden sich viele auf dem Fest wieder, aber auch bei Gasteltern im Garten. Unkompliziert wird da mal schnell der Grill aufgebaut, der Salat bereitet uns das Bier aus dem Keller geholt. Wohlfühlen ist das Motto. Und das ist einer der Gründe, warum man sich immer wieder in einer der Partnerstädte trifft.
Reinhard Frank



